Josefsheim, Bigge

Preisträger André Lux mit Andreas Rieß, Geschäftsführer der Josefs-Gesellschaft

André Lux aus dem BBW mit dem Heinrich-Sommer-Preis ausgezeichnet

Am Donnerstag, 13. Juni, fand in Köln die insgesamt 10. Verleihung des Heinrich-Sommer-Preises statt. Die Josefs-Gesellschaft vergibt ihn jährlich an jeweils einen Auszubildenden ihrer drei Berufsbildungswerke (BBW) für hervorragende Leistungen im Rahmen der Ausbildung. Aus dem BBW des Josefsheims Bigge wurde André Lux ausgezeichnet.

 

André Lux machte im Josefsheim zuerst eine Ausbildung zum Fachpraktiker für Baugruppenmechanik, die er im Sommer 2017 mit der Gesamtnote „gut“ abschloss. Im Winter 2018 bestand er anschließend die Vollausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik ebenfalls mit der Gesamtnote „gut“. Er hat nach einem schweren Schicksalsschlag mühsam wieder zurück ins Leben gefunden, sich weiterentwickelt und diese beruflich hervorragenden Leistungen erbracht.

 

Alle selbstverständlichen Dinge neu erlernt
Nach mehreren Jahren mit massiven Kopfschmerzen wurde André Lux im Sommer 2011 mit der Diagnose „Hirntumor“ ins Klinikum nach Kassel geflogen. Nach den dort erfolgten Notfall-Operationen war er gezwungen, alle sonst selbstverständlichen Dinge, wie Laufen und Essen, wieder neu zu erlernen. Das Gedächtnis wurde durch die Operationen massiv geschädigt.

 

Nach erfolgreicher Rehabilitation begann er im Jahr 2012 ein Berufsgrundschuljahr im Bereich Elektrotechnik, das in ihm ein erstes Interesse für den Beruf weckte. Ein Jahr später kam er ins Berufsbildungswerk Bigge und begann eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme. 2014 startete er mit seiner Ausbildung, die er, wie er sagt „zu Beginn langweilig und unattraktiv fand“. Als der „neue“ Ausbilder Michael Hamann aber in die Elektrowerkstatt kam, wuchsen schnell die Begeisterung und Freude am Beruf.

 

Anfangs hatte André Lux noch große Schwierigkeiten, sich Erlerntes zu merken, denn sein Kurzzeitgedächtnis ließ ihn oft im Stich. Michael Hamann verriet, dass immer wieder Betriebsmittel in der Werkstatt unauffindbar waren: Noch nie habe man in einer Werkstatt so viel suchen müssen. Zudem wurden Leuchtmittel zerstört oder die Leuchten von der Decke gerissen. Im Metallbereich wurden Körnerpunkte nicht getroffen und Bohrungen gingen daneben.

 

„Schief und krumm gibt es nicht mehr.“
Fragt man Ausbilder Michael Hamann heute nach den beruflichen Qualitäten seines Schützlings, gerät er geradezu ins Schwärmen und berichtet begeistert vom handwerklichen Geschick. „Da sitzt jeder Handgriff. Schief und krumm gibt es nicht mehr.“

 

Im Laufe der Zeit habe André Lux sich zu einem zuverlässigen und verantwortungsbewussten jungen Mann entwickelt. Bei Abwesenheit des Ausbilders war er sogar Ansprechpartner für die Mitauszubildenden. Auf den Baustellen im Haus übernahm er zuletzt die Führung eines Teams. Seine Bemühungen, schnell einen Arbeitsplatz zu finden, waren erfolgreich und so arbeitet André Lux aktuell in einem großen Briloner Unternehmen.

 

Bildzeile: Preisträger André Lux (l.) gemeinsam mit Andreas Rieß, Geschäftsführer der Josefs-Gesellschaft

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